Robert Limpert

Ansbacher Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus

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Mehr als 72 Jahre nach dem Ende des NS-Regimes: Eine Gedenkstätte für den Widerstand in Ansbach

Ansbach hat nun eine Gedenkstätte für all jene Frauen und Männer, die sich dereinst in dieser Stadt dem NS-Regime widersetzten. Oberbürgermeisterin Carda Seidel und Ulrich Rach, Sprecher der Regionalgruppe Stadt und Landkreis Ansbach bei der Bürgerbewegung für Menschenwürde in Mittelfranken, enthüllten das Mahnmal, das direkt vor dem Rathaus steht.

Zahlreiche Gäste wohnten dem Festakt bei, darunter Mittelfrankens Regierungspräsident Dr. Thomas Bauer, die evangelische Regionalbischöfin von Ansbach-Würzburg, Gisela Bornowski, der katholische Regionaldekan Hans Kern, der ehemalige Regionalbischof von Nürnberg, Dr. Karl-Heinz Röhlin, der auch Vorstandsmitglied der Bürgerbewegung ist, Bezirksrat Uwe Schildbach als Vertreter des Bezirkstagspräsidenten, etliche Mitglieder des Ansbacher Stadtrats, Vertreter von Behörden, Schulen, Medien und viele interessierte Bürger. Schülerinnen und Schüler des Gymnasium Carolinum umrahmten die Einweihungsfeier unter der Regie von Dr. Frank Fätkenheuer mit Texten und Liedern zum Gedenken an den von den Nazis am letzten Kriegstag ermordeten Widerstandskämpfer Robert Limpert.

Die Bürgerbewegung hatte die Widerstands-Stele initiiert und finanziert. Dazu brachte sie 10 800 Euro auf, die ausnahmslos von Sponsoren stammten: Von der Hilterhaus-Stiftung, der Sparkassenstiftung, von Prof. Dr. Konrad Vanja, Eckhard Knoll, Rotary Nürnberger Land, von der Evangelischen Landjugend, Kreisverband Ansbach, von der Bürgerbewegung für Menschenwürde in Mittelfranken und von Gästen und Gastgeber einer privaten Geburtstagsfeier. Oberbürgermeisterin Carda Seidel würdigte das Engagement der Bürgerbewegung für die Erinnerungskultur in Ansbach und für die Errichtung der Gedenkstätte mit herzlichen Worten und brachte den Dank der Stadt und des Stadtrats zum Ausdruck.

Die Skulptur stammt vom Stahlbildhauser Thomas Röthel und ist betitelt: "Der schmale Grat". Auf großen Widerhall stieß auch die Festrede von Bürgerbewegungs-Sprecher Ulrich Rach, die hier nachzulesen ist.

Einige Impressionen der Gedenkfeier:

Einweihung der Widerstands-Gedenkstätte Ansbach

Am Dienstag, den 23. Mai 2017 um 14 Uhr wird im Herzen von Ansbach, direkt vor dem Rathaus, die Stele eingeweiht, die all jenen Frauen und Männern gewidmet ist, die sich zwischen 1933 und 1945 in dieser Stadt dem Regime des Nationalsozialismus widersetzten. Die Feierstunde und das zu enthüllende Kunstwerk des Stahlbildhauers Thomas Röthel stehen unter dem Leitwort "Wider das Vergessen". Die Bürgerbewegung für Menschenwürde in Mittelfranken - Regionalgruppe Stadt und Landkreis Ansbach - hat die Errichtung dieser Gedenkstätte initiiert und finanziert sie weitgehend. Die Kosten hierfür liegen inzwischen bei 10.800 €, welche durch Zuwendungen zahlreicher Sponsoren gesichert sind.

In die Einweihungsfeier eingebunden sein wird auch ein besonderer von Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Carolinum gestalteter Akt des Gedenkens an den von den Nazis ermordeten Ansbacher Widerstandskämpfer Robert Limpert, dessen Todestag sich am 18. April zum 72. Mal jährte.

Mit der Einweihungsfeier ist ein über Jahrzehnte dauernder politischer Prozess, ein Ringen um die Erinnerungskultur im Blick auf die Geschehnisse in der NS-Zeit in dieser Stadt an einem entscheidenden Punkt angekommen. Wir meinen: Dieser 23. Mai 2017 ist ein wertvoller, ein bedeutsamer Tag für Ansbach, der einer Feier würdig ist.

Ehrerweisung nach jahrzehntelangem Ringen

Ansbach errichtet eine Gedenkstätte für NS-Widerstandskämpfer

Der Stadtrat von Ansbach hat beschlossen, vor dem Rathaus der Stadt eine Gedenkstätte für die Ansbacher Widerstandskämpfer gegen das Naziregime zu errichten. Die elf Mitglieder der CSU-Fraktion lehnten das Projekt geschlossen ab.

Unmittelbar neben dem Rathausportal wird von Thomas Röthel, der auf der rechten Seite die Plastik "Horizontale Entwicklung" geschaffen hat, eine Gedenkstele für die Ansbacher Widerstandskämpfer um Robert Limpert errichtet. Foto: BiernothDamit endet ein Prozess, der sich in der mittelfränkischen Regierungshauptstadt seit Jahrzehnten dahinzieht. Bereits in den 1980er Jahren stellte die Friedensbewegung in der Innenstadt ein Denkmal für die Widerstandskämpfer auf, von denen zwei ihren Einsatz gegen die NS-Diktatur mit dem Leben bezahlten. Die Stadt ließ den Gedenkstein entfernen. Einige Jahre später bot ein Lehrer der Steinmetzschule in Wunsiedel den Ansbachern an, eine entsprechende Gedenkstätte zu fertigen. Der Entwurf und das Angebot blieben jahrelang unberücksichtigt in einer städtischen Schreibtisch-Schublade liegen. Als dies endlich ruchbar wurde und das Vorhaben dann doch zur Abstimmung kam, lehnte der Stadtrat ab.

Seit einigen Jahren gibt es einen Beschluss, Straßen nach den fünf namentlich bekannten Widerstandskämpfern zu benennen. Bisher wurde er nicht verwirklicht. So existieren zwar an mehreren eher verborgenen Orten Gedenktafeln für den in den letzten Stunden des Kriegs standrechtlich verurteilten und vom Stadtkommandanten persönlich am Rathaustor aufgehängten Robert Limpert. Aber im öffentlichen Straßenraum der Stadt gibt es bislang keine würdige und augenfällige Gedenkstätte. Auch nicht für die drei Mitstreiter Limperts in der kleinen Widerstandsgruppe und nicht für Friedrich von Praun, den Kirchenamtsdirektor der Evangelisch-Lutherischen Kirche, der sich den Nazis vehement widersetzte und kurz vor seinem Prozess vor dem Freisler-Gericht auf bis heute ungeklärte Weise im Nürnberger Nazi-Gefängnis starb.

Dieser Zustand mangelnder Ehrerbietung wird nun beendet. Wir von der Regionalgruppe Ansbach der Bürgerbewegung für Menschenwürde in Mittelfranken haben uns in den vergangenen Monaten intensiv um eine Lösung bemüht sind nun erfreut über die Entscheidung des Stadtrats. Damit wird ein deutliches Zeichen gesetzt im Blick auf eine würdige Erinnerungskultur, auf das Bemühen, die verbrecherische Politik der Nazis in Ansbach nicht zu verdrängen oder in Vergessenheit geraten zu lassen.

Der aktuelle Ansbacher Stadtrat holt mit dem Beschluss einen Schritt nach, den frühere Stadtrats-Generationen schon längst hätten gehen müssen. Immerhin liegt der Mord an Robert Limpert nun bereits mehr als 71 Jahre zurück, der mysteriöse Tod Friedrich von Prauns schon 72 Jahre. Andere Städte in Deutschland und Bayern, z. B. Erlangen und München, haben Widerstandskämpfern aus ihren Mauern, vor allem denen, die mit dem Leben für ihren mutigen Einsatz zahlten, schon vor Jahrzehnten Ehrenplätze im öffentlichen Straßenraum der jeweiligen Städte gewidmet. Die katholische Kirche in Deutschland erhob den Ansbacher Widerstandskämpfer Robert Limpert bereits vor Jahren sogar zum Märtyrer.

Der Mehrheit im aktuellen Ansbacher Stadtrat gebührt nun Dank und Anerkennung für die jetzt beschlossene Ehrerweisung, die auch dem Ansehen dieser Stadt zugute kommen wird. Das Abstimmungsverhalten der CSU können wir nicht nachvollziehen, zumal alle namentlich bekannten Widerstandskämpfer der Stadt engagierte Christen waren und aus christlichen Motiven handelten.

Die Ansbacher Regionalgruppe der Bürgerbewegung für Menschenwürde sieht in der Stadtrats-Entscheidung auch einen Erfolg ihrer seit Monaten anhaltenden intensiven Bemühungen um die politische Erinnerungskultur in dieser Stadt. Wir bieten weiterhin unsere Mitarbeit bei dem Projekt an und unsere finanzielle Unterstützung. Es steht derzeit ein Sponsoren-Betrag von mindestens 10 000 Euro zur Verfügung. Außerdem hoffen wir darauf, dass in absehbarer Zeit der seit mehreren Jahren bestehende Stadtratsbeschluss vollzogen wird, Ansbacher Straßen nach den mutigen Männern des NS-Widerstands zu benennen.

Ulrich Rach, Sprecher der Regionalgruppe Ansbach
bei der Bürgerbewegung für Menschenwürde in Mittelfranken e. V.

Robert-Limpert-Gedenkfeier 2016

Die Gedenkfeier zum 71ten Todestag Robert Limperts fand am Montag, den 18. April 2016 um 14.30 Uhr im Rathaushof statt. Gestaltet wurde die Feier gemeinsam von Schülerinnen und Schülern des Gymnasium Carolinum und der Robert-Limpert-Berufsschule Ansbach.

Der Bericht aus der FLZ kann hier nachgelesen werden.

Einige Impressionen der Gedenkfeier:

Limpert-Rap sorgt für Aufsehen

Der "Limpert-Rap" der Robert-Limpert-Berufsschule Ansbach erzeugte im Dezember 2015 bundesweite Aufmerksamkeit für Robert Limpert. Eine Schüler- und Lehrergruppe der Schule hatte ihr Musikstück in Berlin aufgeführt und dafür auf dem SPD-Bundesparteitag einen Preis erhalten. Die komplette Berichterstattung finden Sie in unserem Pressearchiv.

Namensgebung: "Robert-Limpert-Berufsschule Ansbach"

Das couragierte Eintreten von Robert Limpert gegen Menschenverachtung und Gewalt war Anlass für die Staatliche Berufsschule zur sonderpädagogischen Förderung (Kanalstraße 12, 91522 Ansbach), ihren Schulnamen zu ändern in: Robert-Limpert-Berufsschule Ansbach.

Die feierliche Verleihung des neuen Schulnamens fand am 7. Mai 2015 statt. Durch die Namensverleihung soll Robert Limpert zu einer positiven Identifikationsfigur für SchülerInnen und Lehrkräfte werden. Darüber hinaus soll dazu beigetragen werden, dass sein Andenken in der Stadt Ansbach aufrecht erhalten wird.

Verleihung Robert-Limpert-Preis 2015

Die Verleihung des Robert-Limpert-Preises 2015 fand am Donnerstag, den 23. April 2015 in der Staatlichen Berufsschule zur sonderpädagogischen Förderung (Kanalstraße 12, 91522 Ansbach) statt, die künftig den Namen "Robert-Limpert-Berufsschule" tragen wird.

Limpert-Portal gestartet

Diese Website soll die zentrale Anlaufstelle für alle Informationen, Materalien und Erkenntnisse rund um Robert Limpert werden. Zum Start hat Alexander Biernoth eine Biographie nach den neuesten Erkenntnissen verfasst und erstes Bildmaterial von Limpert-Orten in Ansbach bereitgestellt. Auch alle drei Flugblätter sind unter dem Punkt "Bilder" zu finden. Ebenfalls umfangreich bestückt ist das Pressearchiv zu allen Berichten rund um Robert Limpert von 1948 bis heute.